So findest Du den Tierarzt oder die Tierärztin Deines Vertrauens.

Am July 01, 2022

Oh Schreck! Das lang ersehnte, neue Familienmitglied hält endlich Einzug und dann das: Durchfall, Erbrechen oder vielleicht etwas Komisches gegessen?! Da ist es gut, wenn man sich bereits im Vorfeld die Frage nach einem qualifizierten Tierarzt gestellt hat. Aber nicht nur im Krankheitsfall, auch für Routineuntersuchungen wie z.B. Impfungen, Krallen schneiden etc. musst Du in regelmäßigen Abständen weitere Besuche beim Veterinär einplanen.

 

So startest Du mit der Suche:

Eine Übersicht aller eingetragener Tierärzte findest Du auf den Seiten der Tierärztekammern der einzelnen Bundesländer. Da die große Auswahl aber leicht überfordernd sein kann, empfiehlt es sich, entweder beim Züchter oder Tierschutzverein nachzufragen, zumindest wenn der aus der gleichen Gegend kommt. Aber auch Freunde, Bekannte oder andere Hundehalter in Deiner Nachbarschaft geben Dir sicherlich gerne Auskunft über ihre Erfahrungen. Wie es im Leben aber so ist, was für den einen funktioniert, muss für den anderen nicht unbedingt gelten. Mach Dir daher ein eigenes Bild und achte bei Deiner Wahl auf folgende Kriterien:

Nähe & Erreichbarkeit:

Praktisch ist es, wenn die Tierarztpraxis möglichst nahe zum Wohnort liegt und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist bzw. Parkplatzmöglichkeiten bietet. Achte auf die Sprechstundenzeiten, manche Tierärzte haben auch samstags geöffnet. Das kann hilfreich sein, wenn Du unter der Woche arbeiten musst. Eine Terminvergabe und dadurch eine möglichst kurze Wartezeit helfen, Stress bei Tier und Mensch zu vermeiden. Hausbesuche und eine Erreichbarkeit bei Notfällen können durchaus nützlich sein.

Praxis:

Wichtig ist es, dass Du und Deine Fellnase euch in der Praxis auch wohl fühlt. Saubere, helle und freundlich gestaltete Räume mit angenehmer Atmosphäre vermitteln sowohl Zwei- als auch Vierbeinern ein Gefühl der Sicherheit und Seriosität. Um unnötigen Trouble zu entgehen, achten manche Praxen auch darauf, dass Hunde und Katzen in den Warteräumen nicht aufeinandertreffen.

Eine moderne technische Ausstattung kann von Vorteil sein, damit der Tierarzt genauere Untersuchungen durchführen und schneller die richtige Diagnose stellen kann. Ein eigenes Labor, das Blut- und Urintests zeitnah auswertet, erspart ebenfalls längere Wartezeiten bis zur Diagnosestellung, ist aber kein Muss.

Helfer:

Der erste Eindruck zählt und ein nettes Lächeln und ein herzlicher Empfang sind schon mal die halbe Miete. Idealerweise steht dem Arzt in seiner Praxis ein Team von geschulten, freundlichen Helfern zur Verfügung, das die Terminkoordination übernimmt und bei der Untersuchung kompetent assistiert. 

Tierarzt / -ärztin:

Der beste Tierarzt ist der, dem Du vertraust. Am Umgang mit seinen Mitarbeitern, den Tierhaltern und Tieren lässt sich viel ableiten. Der Tierarzt sollte daher mit Deinem Hund geübt, einfühlsam und freundlich umgehen, sowie ihm echtes Interesse entgegenbringen. Man merkt sofort, wenn zum Beispiel Vorurteile gegenüber einer Hunderasse bestehen. Das kann die Urteilskraft trüben, dann lieber einen weiteren Arzt ausprobieren.

Bei der Untersuchung lässt sich der Veterinär dann ausreichend Zeit und zeigt Verständnis für Deine Fragen und Ängste. Krankheitsbilder, Behandlungen und Vorgehensweisen kann er Dir dabei verständlich erklären.

Manchmal braucht es aber auch das Know-how eines Spezialisten (wie z.B. Chirurgen, Physiotherapeuten etc.). oder wichtige Untersuchungsgeräte. Ein guter Tierarzt oder -ärztin erkennt die Stärken seiner Kollegen an und empfiehlt, wenn nötig, auch den Besuch in einer anderen Praxis.

Kosten:

Wer sich ein Haustier zulegt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die gesundheitliche Versorgung des vierbeinigen Freundes mit den Jahren ins Geld gehen kann. Am besten legt man jeden Monat für krankheitsbedingte Zusatzausgaben etwas beiseite. Die Kosten, die Dir ein Tierarzt in Rechnung stellen darf, sind in der Gebührenordnung der Tierärzte (GOT) geregelt. Diese gibt einen Rahmen für die Behandlungskosten vor. Tierärzte können die Kosten innerhalb der Vorgaben der GOT selbst festlegen und ihren Kunden zwischen dem einfachen und dem vierfachen Gebührensatz in Rechnung stellen. Aus diesem Grund kann es sein, dass Du für die gleiche Leistung bei einem anderen Tierarzt mehr oder auch weniger zahlen musst. Der Abschluss einer Hundekrankenversicherung sollte daher gegebenenfalls frühzeitig überlegt werden.

Kleiner Rat von Hyggins:

Schau doch mit Deinem Liebling einfach vorab, ohne gesundheitlichen Anlass, in der Tierarztpraxis vorbei. Viele Tierärzte befürworten einen Kennenlern-Termin, bei dem der Vierbeiner alles beschnüffeln darf, vom Personal geknuddelt und mit Leckerlis bestochen wird. So wird der Gang zum Tierarzt in den Augen Deines Hundes zur Routine und gar nicht mehr so Angst einflößend. Außerdem kann es helfen, die Lieblingsdecke mitzubringen. So wird die Wartezeit verschönert und der vertraute Geruch kann nicht nur bei Welpen beruhigend wirken.